Selbstwert, Selbstliebe und das Gefühl, nicht genug zu sein

Shownotes

In dieser Episode geht es um:

•   Selbstwert und Selbstliebe – und wie früh sie geprägt werden
•   Warum manche Menschen geben, um dazuzugehören
•   Wenn Großzügigkeit zum Ersatz für innere Sicherheit wird
•   Die Verbindung zwischen emotionalen Mustern und finanziellen Entscheidungen
•   Ehrliche Reflexion über Beziehungen, Freundschaften und Erwartungen

Impulse aus der Folge:

•   Wo gibst du mehr, als dir guttut?
•   Welche Beziehung würde sich verändern, wenn du deinen Wert nicht mehr beweisen müsstest?
•   Was ist ein erster kleiner Schritt, um dich selbst wichtiger zu nehmen?

💛 Selbstwert ist kein Bonusprogramm. Er ist die Grundlage für gesunde Beziehungen, klare Entscheidungen und finanzielle Stabilität.

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00:00:10: Hallo und herzlich Willkommen zu Lange Rede, kurzer Sinn - Leben, Leute und Liquidität.

00:00:18: Mein Name ist Monika Maximilian und heute reden wir über Selbstwert, Selbstliebe und das Gefühl, nicht genug zu sein.

00:00:30: Es gibt Geschichten, die beginnen so früh im Leben, dass man sie erst viel später versteht.

00:00:37: Geschichten, die sich still in den Alltag schleichen,

00:00:41: in kleinen Gesten, in vermeintliche Selbstverständlichkeiten.

00:00:46: Und irgendwann, oft viele Jahre später, erkennt man, dass diese Momente die ersten Hinweise auf ein Muster waren, das unser ganzes Leben prägt.

00:00:56: Und heute erzähle ich dir eine dieser Geschichten.

00:01:01: Ihre Mutter erzählt heute noch so gerne, dass es schon in der Jugend begann.

00:01:07: Damals, als sie ein Mädchen war, fröhlich, herzlich, voller Freude auf Gemeinschaft.

00:01:13: Sie hat ihre Freundinnen gerne zu sich eingeladen.

00:01:17: Sie wollte immer schon, dass es allen gut geht, dass sich jede Willkommen fühlt.

00:01:23: Sie hat Kuchen hingestellt, Getränke vorbereitet, kleine Snacks, oft mehr als notwendig gewesen wäre.

00:01:30: Für sie war das ein Ausdruck von Zuneigung.

00:01:34: Für andere war es angenehm.

00:01:37: Doch für das Mädchen von damals war es bereits der Beginn von etwas, das sie selbst nicht sehen konnte.

00:01:44: Sie wollte einfach gemocht werden.

00:01:47: Sie wollte dazugehören.

00:01:48: Und schon damals war ihre Liebe oft größer als das Maß, dass sie sich selbst zugestand.

00:01:56: Später als siebzehnjährige wurde dieses Muster deutlicher.

00:02:00: Es gab dieses eine Weihnachtsgeschenk, an das es sich bis heute fast bildhaft erinnert.

00:02:07: Sie hat ihrer besten Freundin einen weißen, kuscheligen, Frottee Bademantel gekauft.

00:02:13: Teuer, fast luxuriös für eine Jugendliche.

00:02:16: Damals kostete er siebenhundert Schilling.

00:02:20: Das war für sie ein wirklich kleines Vermögen.

00:02:24: Sie war aber so stolz, ihn auszuwählen, schön zu verpacken und zu übergeben.

00:02:30: Und sie selbst hat ein kleines Salzgebäck bekommen.

00:02:34: Es kam sicherlich vom Herzen, sagte sie sich, doch etwas in ihr hat damals schon gespürt, dass hier eine kleine Schieflage war.

00:02:44: Sie hat gegeben, weil sie sich erhofft hat, dass die Großzügigkeit ihr das Gefühl schenkt, einfach wertvoll zu sein.

00:02:53: Mit achtzehn dann war sie die erste, die den Führerschein hatte.

00:02:57: Die Eltern haben ihr das Auto geborgt, großzügig und vertrauensvoll.

00:03:01: Und sie war plötzlich diejenige, die alle anderen transportierte.

00:03:06: Sie holte ihre Freundinnen ab, fuhr sie in die Disco, brachte sie nach Hause.

00:03:11: Wochenende für Wochenende.

00:03:15: Das Benzin zahlte selbstverständlich sie.

00:03:19: Die Zeit investierte sie.

00:03:22: Die Verantwortung trug sie.

00:03:25: Nie kam der Gedanke, sich zu beteiligen.

00:03:29: Es war selbstverständlich, dass sie das für alle erledigte.

00:03:33: Und sie selbst fand es damals auch selbstverständlich.

00:03:38: Denn tief in ihr arbeitete dieses Gefühl weiter, dass man sie mögen würde, wenn sie nur genug gibt.

00:03:47: Und dann, und dann kamen die Männer.

00:03:50: Und hier sagt sie heute, wurde es fast schon schmerzhaft offensichtlich.

00:03:56: Sie hat nie wirklich geglaubt, dass sie genug war.

00:03:59: Sie hat nie daran geglaubt, dass man sie mögen könnte, ohne dass sie etwas leistet, schenkt oder ermöglicht.

00:04:08: Also hat sie begonnen, auch Männer mit ihrer Großzügigkeit zu umhüllen.

00:04:12: Kleidung, Accesoires, Aufmerksamkeit.

00:04:17: Sie hat ihnen gegeben, was sie damals selbst kaum hatte.

00:04:22: Es gab diesen Moment, der für sie bis heute wie ein Symbol steht.

00:04:28: Sie bekam ihre Pensionsvorsorge von ihrer Exfirma ausbezahlt.

00:04:32: Ein Betrag, der ihr damals gut getan hätte, wenn sie ihn selbst in ihren Vermögensaufbau investiert hätte.

00:04:42: Und sie, was macht sie?

00:04:44: Sie hat davon ihrem damaligen Partner eine teure Uhr gekauft, weil sie dachte, eine Swatch bei seiner beruflichen Position sei ihm nicht würdig.

00:04:56: Es war ein Zeichen ihrer Liebe und gleichzeitig ein Zeichen ihres fehlenden Selbstwert.

00:05:03: Je älter sie wurde, desto mehr hatte sie dieses Muster verfestigt.

00:05:08: Bei Treffen mit Freundinnen gab es irgendwann diesen Satz, den viele von euch vielleicht selber kennen.

00:05:15: "Ich habe meine Bankomatkarte vergessen" und um die gemeinsame Zeit nicht zu verlieren, hat sie gesagt, sei kein Problem.

00:05:24: Sie übernimmt die Rechnung einmal, zweimal, zehnmal, zwanzigmal.

00:05:30: Es wurde zur Normalität, dass sie zahlte und zur Normalität das andere

00:05:36: das Annahmen.

00:05:38: Ein Erlebnis hat sich besonders tief bei ihr eingegraben.

00:05:42: Sie war damals in einer schwierigen finanziellen Phase.

00:05:46: Nicht alles in ihrem Leben war leicht.

00:05:48: Sie musste rechnen, überlegen und ja, sie musste auch verzichten.

00:05:53: Und um sich selbst zu schützen, hat sie vorgeschlagen, sich einfach bei ihr zu Hause zu treffen.

00:05:59: Auf der Terrasse, ein Tee, ein Gespräch, eine Stunde Ruhe.

00:06:04: Die Bekannte die sie damals eingeladen hat, hat abgelehnt.

00:06:08: Sie wolle in die Stadt.

00:06:10: Sie wolle sehen und gesehen werden.

00:06:12: Und dabei wusste sie ganz genau, wie schwer die Zeit für sie gerade war.

00:06:17: In diesem Moment hat sie verstanden, dass manche Beziehungen weniger mit Freundschaft und mehr mit Bühne zu tun haben.

00:06:25: Dann kamen jene Männer, die sie heute nur noch mit einem leisen Kopfschütteln beschreibt.

00:06:32: Männer, die im Privatkonkurs waren.

00:06:34: Männer, die es gewohnt waren, gestützt zu werden.

00:06:37: Männer, die ihre Großzügigkeit nicht als Geschenk, sondern als Selbstverständlichkeit betrachteten.

00:06:45: Und sie, alleinerziehend mit wenig Alimente, hat gearbeitet.

00:06:50: Gearbeitet wie ein Viech, bis sie selbst am Limit war.

00:06:55: Sie hat ihren Sohn geliebt.

00:06:57: Sie wollte ihm ein gutes Leben schenken.

00:07:00: Und gleichzeitig hat sie Erwachsene finanziert, die dafür nie Verantwortung übernommen haben.

00:07:07: Bis zu dem Tag, als ihre Therapeutin die Worte ausgesprochen hat, die sie selbst so lange nicht aussprechen konnte.

00:07:16: Die Ursache lag nicht in anderen.

00:07:18: Die Ursache lag in ihr.

00:07:21: In ihrem mangelnden Selbstwert.

00:07:24: In ihrer mangelnden Selbstliebe.

00:07:27: In dem tiefen Gefühl, dass sie Zuneigung kaufen musste, weil sie sonst nicht sicher war, ob sie genügte.

00:07:34: Warum erzähle ich dir das?

00:07:35: Weil ich fest daran glaube, dass es da draußen heute noch viele Menschen gibt, vor allem viele Frauen, die ihre Liebe durch Leistung ersetzen, die für ihre Familie bezahlen, für ihre Freunde und für ihre Partner.

00:07:50: Ihr Konto öffnen, weil ihr Herz hofft.

00:07:54: Und die ihre Sparpläne kippen, weil sie anderen etwas ermöglichen wollen und die dabei selbst so oft auf der Strecke bleiben.

00:08:04: Und jetzt kommt der wichtigste Moment dieser Episode.

00:08:08: Die Frau, von der ich spreche, bin ich selbst.

00:08:13: Und glaub mir, es hat lange gedauert, bis ich das erkannt habe.

00:08:17: Es hat Mut gebraucht, Ehrlichkeit, Therapie und sehr viel Reflexion.

00:08:23: Es hat ein inneres Aufräumen gebraucht, das wirklich weh getan hat.

00:08:29: Aber es hat mich befreit.

00:08:31: Denn wenn man versteht, warum man Dinge tut, kann man beginnen, neue Entscheidungen zu treffen.

00:08:37: Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich vieles anders machen.

00:08:42: Aber es bringt überhaupt nichts, über verschüttete Milch zu weinen.

00:08:47: Wichtiger ist, was wir jetzt tun.

00:08:51: Denn jeder Mensch kann ab diesem Moment beginnen, sich selbst wichtiger zu nehmen, sich selbst liebevoll zu begegnen und endlich aufzuhören, Liebe mit Geld und Großzügigkeit zu verwechseln.

00:09:06: Und bevor ich diese Episode abschlesse, möchte ich dir drei Fragen mitgeben,

00:09:11: in gewohnter Manier.

00:09:13: Und nimm dir bitte einen Moment dafür.

00:09:16: Vielleicht setzen sie etwas in Bewegung.

00:09:19: Erstens,

00:09:20: in welchen Situationen in deinem Leben hast du mehr gegeben, als dir gut tut, weil du dazu gehören wolltest?

00:09:27: Zweitens, welche Beziehung würde sich verändern, wenn du beginnen würdest, deinen eigenen Wert höher einzuschätzen?

00:09:37: Drittens, wenn du ganz ehrlich zu dir bist, was wäre der eine Schritt, den du heute setzen kannst, um sich selbst wichtiger zu nehmen?

00:09:50: Lange Rede, kurzer Sinn.

00:09:52: Selbstwert

00:09:53: und die Liebe zu sich selbst ist kein Bonusprogramm und keine Belohnung.

00:10:00: Selbstwert ist die Grundlage für ein Leben, in dem wir gut mit uns umgehen,

00:10:06: gesund entscheiden und finanziell bei uns bleiben.

00:10:10: Und ja, du verdienst all das, ohne dafür zahlen zu müssen.

00:10:18: Danke fürs Zuhören.

00:10:20: Ich freue mich, wenn du nächstes Mal wieder dabei bist,

00:10:23: bei Lange Rede, kurzer Sinn und bis zum nächsten Mal.

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